Simon. ein etwas rundliche Mann ist in Afrika ein sehr Bekannter Rapmusiker. Ich hatte ihn eine Woche vorher in einer Open Air Veranstaltung in Kiryandongo/Uganda schon gesehen und gehört. Dort gab er ein Konzert für 50.000 Flüchtlinge die Feed the Hungry dort betreut. Jetzt treffe ich ihn wieder in Kitgum an der Südsudanesischen Grenze in einem Waisenhaus, dass Feed the Hungry seit elf Jahren unterstützt.  Er und seine Band kamen um den Kindern 90 Minuten Musik und Ablenkung zu bringen. Die Sporthalle ist eigentlich schon voll. Doch immer noch kommen Kinder in die große Halle. Unter den Kindern fällt mir ein etwa 10 Jahre alter Junge auf. Er kommt langsam und schleppend in die Halle. Während die anderen Kinder hinein rennen um nach vorne zu kommen, braucht er viel Zeit. Er läuft an Krücken die eigentlich viel zu groß für den kleinen Kerl sind. Doch er schafft es in die erste Reihe. Und das schöne ist, andere Kinder machen Platz für Stephen, denn so heißt der Kleine, der trotz großer Behinderung lächelt. Als Simon und seine Musiker so richtig los legen, fängt Stephen an zwischen den beiden Krücken die lahmen Beine zum Takt der Musik zu bewegen. Gestützt auf den Krücken dreht er sich im Kreis. Er tanzt zur Musik und lacht. Er vergißt alles um sich herum. Und Stephen hat viel, dass er vergessen möchte. Auf seinen Krücken kam er mit anderen aus dem Sudan über die Grenze. Eltern hat er nicht mehr. Er ist mit Erwachsenen aus seinem Dorf im Südsudan hier nach Uganda geflohen. Geflohen auf zwei Krücken vor Hunger und Bürgerkrieg. Gleichaltrige Kinder konnten nur heimlich fliehen um den Soldaten zu entgehen die nach Kindern Ausschau halten und sie zwingen im Krieg zu kämpfen. Stephen kann niemand wegen seiner Behinderung gebrauchen. Auf der Flucht hat er Entbehrung, Hunger, Wassermangel, Tod und Mord miterleben müssen. Das alles ist zwar nicht vergessen, aber es liegt hinter ihm. Hier im Waisenhaus hat er keine Angst mehr. Hier bekommt er zu essen, lernt lesen und schreiben und gebraucht wird er hier auch.

Bitte helfen Sie uns, dass wir diese Riesenaufgabe weiter bewältigen können, denn es gibt noch viele Kinder wie Stephen. Mit und ohne Krücken. Hier ein kurzes  Video aus Kitgum/Uganda